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Am Anfang war die Ökologie – Naturverständnis im Alten Testament

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Das Buch “Am Anfang war die Ökologie – Naturverständnis im Alten Testament” von dem Biologen Aloys P. Hüttermann und dem Chemiker Aloys H. Hüttermann befragt die alttestamentlichen Gesetze (u.A. Speisegesetze (S.70), Hygieneregeln (S. 85), Landrecht (S. 60), Zinsverbot (S.116)) nach ihrer biologischen Bedeutung. Das im katholischen HERDER Verlag herausgekommene Buch hat wie erwartet nicht den Anspruch, die theologische Seite der Gebote Gottes mit zu beleuchten, obwohl diese im letzten Abschnitt des Buches auch kurz erwähnt werden (S. 167).

Ich fand das Buch sehr hilfreich, denn es zeigt auf, dass die Gebote Gottes, so unverständlich und entfernt sie für uns post-moderne Christen scheinen mögen, auch heute immernoch eine biologische Relevanz haben. Der Umkehrschluss, dass sie heute damit auch für uns noch eine theologische Relevanz haben, möchte ich gerne ziehen. Wenn diese Regeln sogar menschlich Nachvollziehbar Sinn machen, wie können wir sie dann ablehnen – zumal ja Jesus selbst sagt, dass kein ιοτα vom Gesetz ungültig werden solle (Mt. 5,18)?

Hier noch einige Zitate, die ich interessant und bedenkenswert finde:

“Mit unseren Autos verringern wir die Überlebenschancen kommender Generationen, weil Autos nicht nachhaltig sind. Deshalb dürfen ab jetzt keine Autos mehr fahren.” (S. 120f., als vorgeschlagene Übertragung des spätjüdischen Kleinviehverbots (ab 70 n.Chr.) auf die heutige Zeit)

“Noch weiter: Wenn Gott die Natur erschaffen hat, dann bedeutet Forschung nichts anderes als Gottesdienst. Durch genaue Untersuchung der Funktionsweise der Natur werden Überlegenheit und Macht Gottes gepriesen.” (S. 135)

“Der Ausdruck … bedeutet genauso Herrschaft wie Knechtschaft – wenn er würdig ist, herrst der Mensch über die Vögel und die Tiere, wenn er es nicht wert ist, wird er tiefer sinken als sie, und sie werden über ihn regieren.” (Rabbi Raschi, 12. Jhd zu Gen 1,28; S. 140)

Fazit: sehr empfehlenswerte Sekundarliteratur zum Alten Testament – auch wenn sie nicht in meine evangelikale Prägung hineinpasst kann ich doch einige Ideen mitnehmen.