Moldawien Teil 4: Unterwegs

Tag 07: 05.07.2010 – Unterwegs in Chisinau

Montag vormittag habe ich nach der Andacht erst ein wenig gelesen, dann mit Irina noch 3 Briefe übersetzt und dann mit einem Jungen, der über eines der Kidscamps vor ein paar Jahren zum Glauben und zur Gemeinde gekommen ist, in der Gemeinde geholfen, ein paar kleinigkeiten im Gemeindehaus zu machen. Wir haben im Keller den Raum der später mal die Toilette werden soll ausgeräumt, die Sachen etwas sortiert (das System habe ich allerdings nicht verstanden) und wieder eingeräumt.

Das hat den Vormittag schon ganz gut ausgefüllt, bis das Essen fertig war haben wir dann noch etwas Volleyball im Garten gespielt. Weil es vorher geregnet hat war das eine ganzschöne Sauerei, aber es gibt wirklich schlimmeres ;).

Zum Mittagessen gab es etwas ähnliches wie Bratkartoffeln, nur dass darüber noch ein paar Eier geschlagen wurden. Als Beilage wurde – wie eigentlich auch bei jeder Mahlzeit – Gurken und Tomaten gereicht. Das ist ein sehr einfaches, sehr sattmachendes und zugleich sehr leckeres essen! Als Nachtisch gab es dann sowas wie Gebäckteilchen, gefüllt mit etwas fruchtigem, recht süß und recht trocken, aber es war eine der ersten Trockengebäcke, die mir hier geschmeckt haben. Entweder passt sich mein Geschmack an, oder ich habe etwas gefunden 😉

Nach dem Mittagessen bin ich dann ein wenig in der Gegend der Gemeinde herumgelaufen, war in ein paar Geschäften und habe auch einen kleinen Markt gefunden. Das hat mir dort sehr gefallen, schade nur, dass sie um 16.00 Uhr schon zugemacht haben und als ich kam gerade alles eingepackt haben. Ich habe dann in einem anderen kleinen Markt zwei Schreibhefte gekauft, die ich als Vokabelhefte benutzen werde: Eines für Russisch und eines für Rumänisch. Mit Russisch habe ich abends dann auch gleich angefangen und habe fast 2 Seiten mit Wörtern vollgeschrieben, die ich theoretisch schon gelernt habe. So kann ich sie jederzeit wiederholen. Ich bin noch gespannt darauf, ob ich, wenn ich dann auch mit Rumänisch anfange, alles durcheinanderwerfe oder ob ich das hinbekomme.

In einem Supermarkt habe ich dann noch 2 Entdeckungen gemacht: 1. Es gibt hier Tiefkühlware lose. Das finde ich krass. Aber eigentlich warum nicht. Jeder nimmt sich soviel er braucht. und 2. Sehr viele Produkte, die es hier gibt, sind aus Deutschland, Russland, Türkei oder sonstwo. Made im Moldova gibt es fast nur frische Lebensmittel und Getränke. Sogar die Schreibhefte, die ich gekauft habe kommen aus Russland. Schade eigentlich für die Moldawische Wirtschaft, mit einem Aussenhandelsdefizit ist es wirklich schwierig.

In einem Buchladen habe ich dann ein Buch entdeckt “Learn Romanian”, leider hatten sie nicht so eines für Russisch, dann hätte ich es gekauft. Und trotzdem war das das erste Buch dieser Art, was ich gesehen habe. Ich werde also in Zukunft in jedem Buchladen sehen, vielleicht finde ich ja am Ende noch eines. Was ich dann aber gekauft habe ist eine Karte von Moldawien. So kann ich mir ein wenig Überblick verschaffen.
Abends war ich sehr müde und bin schon gegen 9 ins Bett gegangen. Das tat sehr gut 🙂

Meine Gastmutter Lydia brachte mir dann noch ein paar Pflaumen aus dem Garten, das war sehr nett!

Tag 8: 06.07.2010 – Unterwegs in der naehe von Chisinau

Heute bin ich mit Nikolaj und Irina morgens erst ein wenig in der Stadt herumgefahren. Irina hatte einen Termin, scheinbar war nicht ganz klar, wo. Cool war, dass ich so ein paar andere Teile des Ortes gesehen habe, die mir vorher noch nicht zu Gesicht gekommen sind.

Im Büro hat mir Liuda dann gezeigt, wo ich mit ihr am Donnerstag hinfahren werde – auf der tollen Karte natürlich. Der Ort ist direkt neben Olanesti im Südosten des Landes. Die Grenze zur Republik Transnistrien und zur Ukraine ist nicht weit. Ich bin sehr gespannt auf die Zeit dort. Auf dem Land wird wohl (immernoch) überwiegend Rumänisch gesprochen, Russisch hat sich dort scheinbar in fast 50 Jahren Sovietunion nicht durchsetzen können.

Nurdachhütten auf dem Camp

Am vormittag bin ich dann mit Natascha in ein Jugendlager in der naehe von Chisinau gefahren. Dort waren die Jugendlichen von nur einer Gemeinde, und doch waren es ueber 100. Das Camp erinnerte mich ein wenig an das CVJM-Camp in Michelstadt, wo ich schon ein paar Mal auf Freizeit war, aber es sah doch mehr nach “Sozialismus” aus, irgendwie dachte ich an ein FDJ-Camp, obwohl ich noch nie so eines gesehen habe. Und tatsaechlich, ein Mitarbeiter erklaerte mir, dass es von den Sozialisten fuer die Jugend gebaut wurde. Dort auf dem Campground habe ich dann mich ein wenig umgesehen und die Leute beobachtet. Sogar ein bisschen Volleyball habe ich mitgespielt, allerdings mit mäßigem Erfolg.

Nach dem Abendessen war dann Abendprogramm auf einer kleinen Freilichtbühne. Mit 100 Jugendlichen wurde am Anfang gesungen (ein Lied war die rumänische Version von “Create in me a clean heart”, das war cool mitsingen zu können!). Dann sang ein Männerquartett einige Lieder (sehr beedindruckend die Knaben!) und es wurden ein paar kurze Andachten gehalten.

Freilichtbühne

Was mir gut getan hat, war dass ich einiges verstanden habe, ohne dass ich viel Rumänsich gelernt habe. Aber weil es eine Latinische Sprache ist haben mir meine (wenn auch beschränkten) Vorkenntnisse in Latein, Italienisch und Französisch manches Wort verständlich gemacht.

Auf der Rückfahrt habe ich mich mit einem Missionar, der aus Rumänien stammt, jetzt aber in USA wohnt unterhalten. Er hat mich als erster hier Überhaupt auf meine Frisur und meinen Bart angesprochen und hat mit mir darüber geredet, dass in Moldawien ganz wichtig wäre sich zu Akkulturieren, wenn man hier ernsthaft Mission betreiben möchte, weil man sonst nicht ernst genommen wird. Aber für ein Praktikum wäre das in Ordnung. (Was ich mir gedacht habe: “Na, dann werden Sie mich zumindest nicht so schnell dazu zwingen hier zu predigen!” 🙂 )

P.S. Die Bilder von Sonntag sind jetzt auch online!

P.P.S. Heute (also Mittwoch) abend werde ich mit der Jugendgruppe (von Sonntag) einen Filmabend/Filmnacht machen. Und morgen (Donnerstag) fahre ich bis Sonntag mit Лиуда (Liuda) eben in die Nähe des Ortes Olanesti und werde unterwegs vermutlich kein Internet haben und dann auch nicht schreiben. Eine gute Zeit bis dahin!

One thought on “Moldawien Teil 4: Unterwegs”

  1. Ach ja… es ist schön von dir zu lesen. Vor allem schreibst du so ausführlich!!
    Ich wünsche dir noch eine gute Zeit auf dem Lande =)
    hdl

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