Rückblick 1 Jahr Bibelschule / Praktikumszeit

Rückblick Bibelschule

Am 10. Oktober 2008 habe ich die Ausbildung zum Gemeindediakon / Missionsanwärter an der Bibelschule in Wiedenest angefangen. Ich bin im Ausbildungslehrgang, das heißt ich bin für 3 Jahre bereits aufgenommen und muss nicht jährliche Versetzungsanträge stellen.

Meine Klasse besteht aus 23 Mitschülern, mit denen komme ich relativ gut klar, habe aber wenig Kontakte außerhalb des Unterrichts. Mehr Kontakt hatte ich bisher mit dem Basiskurs (die Klasse mit den Studierenden, die [z.T. vorläufig] nur für 1 oder 2 Jahre aufgenommen wurden).

Mein Zimmer habe ich mir mit Immanuel, genannt „Imm“ geteilt, ein Italiener aus Rom. Er ist etwa 4 Jahre älter als ich, und wir sind ganz gut klar gekommen. Das es hin und wieder mal zu kleinen Problemen kommt, wenn man zu zweit in 18m² wohnt ist ja selbstverständlich.

Das erste Jahr hat mir sehr gut gefallen, und ich bin sehr froh, an der Bibelschule sein zu dürfen. Ich hatte Gelegenheiten Gott besser kennen zu lernen und viel Stellen in der Bibel neu zu verstehen. Dafür möchte ich besonders meinem Lehrer für das Alte Testament, Bernd Brockhaus, danken.

Im Juni bin ich mich aus dem Wohnheim der Bibelschule ausgezogen. Nicht, weil ich doch entschlossen habe, nicht weiterzumachen, sondern weil ich „extern“ ziehen werde. Das heißt ich ziehe in eine WG mit 4 anderen Jungs im Zentrum von Bergneustadt. Der Grund dafür ist, dass ich mir wünsche mehr unter „normale“ Leute zu kommen, mehr ins echte Leben. Verbunden damit sind mehr Pflichten, aber auch mehr Freiheiten.

Eine Etage über uns werden auch noch 3 Mädels eine WG starten. Das Haus, ein altes Hotel und schönes Fachwerkhaus, wird von einer Stiftung einer Gemeinde und dem Sozialverein Bergneustadt gekauft, um im Erdgeschoss Offene Jugendarbeit, Tafelarbeit und evtl. noch weitere Angebote einzurichten. Bis September/Oktober sollen die Renovierungsarbeiten soweit abgeschlossen sein, dass wir einziehen können.

Vor dem Beginn der vorlesungsfreien Zeit war ich mit meiner Klasse auf den „Besinnungstagen“ in Luxemburg. Die Eltern eines Klassenkamerads, der interessanterweise Holländer ist, haben dort einen Campingplatz, auf den wir eingeladen wurden. Wir haben das Jahr reflektiert und auch ein wenig gemütlich ausklingen lassen.

Am Samstag, dem ersten offiziellen Ferientag, war dann noch die Verabschiedungsfeier von den Abgängern des Basiskurses (unsere Parallelklasse) und des Aufbaukurses (2 Jahre). Es war ein schöner Abend, auch mit viel Wehmut verbunden, da ein paar Leute, dich ich sehr schätzen gelernt habe unter den Abgängern waren.

Praktikumszeit (noch bis ende Juli)

Seit dem Sonntag bin ich also im Praktikum in der Nähe von Marburg. Die Einrichtung heißt „help center e.V.“ und ist eine Jugendhilfeeinrichtung für Jungen und Mädchen im Alter von 17/18-25 Jahren. Sie kommen mit Problemen wie Alkohol, Drogen, psychische Probleme, Misshandlung, etc. hierher und können mit den Mitarbeitern für eine Zeit zusammen leben, von ihnen lernen und mit ihnen ihre Probleme besprechen und ein Stück aufarbeiten. Im Mittelpunkt der Arbeit steht jedoch, dass Jesus sie liebt und dass sie hier die Möglichkeit haben ihn kennen zu lernen und von ihm her Heilung zu erfahren.

Die Arbeit ist sehr praktisch, so habe ich hier, zusammen mit den Jungs, aber auch alleine, z.B. Rasen gemäht, Leimringe an Bäume geklebt, Hecke geschnitten, Wurzeln ausgegraben und so weiter.

Das Wochenende darauf war ich dann Zuhause, bei meinen Eltern und bei meiner lieben Rahel, habe der Reifezeugnisverleihung meines Bruders beigewohnt und am Sonntag in der FeG in Herzogenaurach gepredigt. Das war meine erste Predigt und ich war sehr aufgeregt, aber ich bin froh, dass es recht gut geklappt hat und die meisten Reaktionen auch sehr positiv waren.

Ich habe das Wochenende, besonders auch mit Rahel sehr genossen.

Ab Sonntag war ich dann an einer Außenstelle des help centers in Rohnstedt/Thüringen nähe Erfurt. Dort ist eine Hof, der unter Erwachsenen mit Alkoholproblemen arbeitet. Eigentlich nach dem selben Prinzip. Die Woche dort hat mir gut gefallen, weil es sehr ruhig war. Es gab dort für mich kein Internet, so kam ich viel zum lesen und habe auch endlich wieder genug Schlaf abbekommen.

Meine Aufgabe war auch hier sehr praktisch, ich habe die Hasen gefüttert, einen Zaun aufgestellt, Kirschen geerntet und auch ein wenig beim Entsteinen geholfen und einen neuen Anbau gestrichen. Einmal durfte ich auch die Morgenandacht halten, und zu einem Treffen dort im Haus mit einer Gruppe vom Blauen Kreuz Musik machen.

Gerne wäre ich dort noch ein paar Tage gewesen, doch ich war dort nur als Vertretung für einen Mitarbeiter, der diese Woche aus dem Krankenstand zurückgekehrt ist.

Nun bin ich wieder in Buchenau bei Marburg und bleibe hier noch bis Freitag. Heute Abend werde ich einen China-Abend halten, an dem ich Bilder zeigen werde und auch etwas erzählen von dort.

Dann habe ich bis zum 15. frei. Ich werde dann nach Villach/Österreich fahren und dort auf einer Jugendmissions-Freizeit mitwirken. Was genau das ist, weiß ich auch nicht, auf jeden Fall geht es darum, mit Jugendlichen aus Deutschland und Österreich eine Gemeindegründung in Villach zu unterstützen, durch Evangelistische Einsätze und mehr.

Und hiernach bin ich als Mitarbeiter auf dem FreakStock, einem Festival der JesusFreaks-Gemeinden. Ich war noch nie dort, und bin sehr gespannt darauf, wie das werden wird.

Davon schreibe ich dann später.

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