Gemeinde im Selbst-Fokus

In meiner Gemeinde, der Freien evangelischen Gemeinde Herzogenaurach läuft in letzter Zeit irgendwie nicht so viel. Finanzielle Sorgen durch ausbleibende Spenden und zugleich höheren Kosten und grundsätzliche Probleme, wie der Raummangel quälen die Gemeinde und ihre Mitglieder.

Warum wir damit solche Probleme haben, ist mir heute nach langem Nachdenken klar geworden: Unsere Gemeinde dreht sich um sich selbst.

Ich bin nunmehr seit 3 Tagen hier in Hersbruck und erlebe Gemeindearbeit auf eine ganz neue Weise: In der OASE helfen tagtäglich unzählige Leute mit, man kennt sich, ist herzlich zueinander und man tut was man kann. Und man macht sich keine Sorgen um das morgen sondern lebt im heute.

Meine Gemeinde und auch andere Gemeinden die solche Probleme haben, sollten lernen und üben, mehr das zu tun, was sie können, und den rest einfach Gott überlassen.

Auszug aus der Mail an meine Gemeindeleitung:

[…]

Anstelle dessen könnten wir unsere Zeit und unsere Mühen einsetzen um an Probleme heranzugehen, bei denen wir wirklich etwas tun können. Das können vielerlei Sachen sein, wie z.B. das praktische helfen Notdürftiger Menschen in Herzogenaurach, oder das Annehmen von Gütern für Hilfstransporte, oder Deutschkurse für Ausländer. Und es gäbe noch viele Möglichkeiten mehr, die wenig oder kaum Zeit in Anspruch nehmen.

Jetzt kommt natürlich das Argument. “Wie sollen wir das machen? Wir sind doch sowieso alle überlastet.” Wenn das der Hinderungsgrund dafür sein soll, dass wir als Gemeinde nicht mehr den Armen helfen, so wie unser Herr Jesus es uns aufgetragen hat, wir, die wir im Überfluss leben (selbst diejenigen, die bei uns als “Arm” zählen) fände ich das nicht nur schade, sondern ein Anzeichen dafür, dass unsere Gemeinde im sterben liegt.

Denn wer von Herzen hilft und sich einsetzt für eine gute Sache, der hat Freude an der Frucht und an der Freude die er denen macht, denen er hilft und es ist ihm keine Last.

[…]

Ich bin sehr auf die Reaktion auf diese Mail gespannt und hoffe, dass wir es schaffen unseren Horizont zu erweitern und die Gemeindearbeit nicht nur als die Vorbereitung von Gottesdiensten und Kleingruppen verstehen werden sondern etwas neues Entwickeln und Gott wirken lassen.

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